Kümmert sich Apple um Developer?
Mi, 24 Feb 2010 19:40 von Michael Reimann
Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Ja!
Ich habe es gerade am eigenen Leib erfahren. Ich habe eine wirklich simple App entwickelt. (Torhupe).
Der Hintergrund: Diese hat nur in Bremen und Umgebung eine emotionale Bindung. Jedes Mal wenn Werder Bremen ein Tor schießt, spielt der örtliche Radiosender “Bremen Vier” den Sound einer kleinen Fahrradhupe. Egal ob gerade ein Lied läuft, oder nicht und das schon seit Jahren. So hat die kleine Hupe hier im Norden eine gewisse Bedeutung erlangt. Die Idee war nun, eine wirklich einfache App zu bauen, die nicht mehr und nicht weniger macht, als genau diesen Sound zu produzieren.
Gesagt getan und schwubbs bei Apple zum Review eingereicht. Nach nicht mal 24h kam die ernüchternde Antwort: Abgelehnt, weil zu wenig Funktionen. (Logisch, eine Hupe kann halt nur hupen!
).
Dann gab es einen kleinen E-Mail Wechsel zwischen mir und dem “Review-Team”. Ich habe die Frage gestellt, wieso Apps wie “iHorn” oder “AirHorn” es in den Store geschafft haben, die auch nicht wirklich mehr können.
Statt wie erwartet per Mail zu antworten, hatte ich ein nettes Telefonat mit einer Frau aus dem Review-Team in Kalifornien, die mir erklärte warum die (Einfachst-)App abgelehnt wurde. Ich wiederum habe ihr erklärt, worum es bei dem Ding geht. So kamen wir überein, dass ich noch eine Konfigurationsmöglichkeit einbaue (Hintergrundbild änderbar) und dann würde die App durchgehen. Das ganze Gespräch hat 15 Minuten gedauert.
Nun ist die Hupe im Store. Ich fand es bemerkenswert, dass Apple sich wegen so einer unwichtigen App mit mir unterhält und mir (aus ihrer Sicht) Unterstützung gegeben hat, das Ding nun doch zu veröffentlichen. Sie hätten ja auch einfach nichts machen können. Also der Service war ok. Lediglich meine Überraschung, auf einmal mit dem Hauptsitz in Kalifornien zu sprechen war groß. Zumal ich gedacht habe, die Apps würden in den Ländern reviewt in denen sie auch angeboten werden sollen. (In diesem Fall Deutschland!)
Die Frau kannte auch die App, hatte sie also gesehen. Soweit mal was Positives zum Review-Prozess.
Datum:
Kategorie:
Tags:
24.Februar 2010
Allgemein, AppStore, Applikationen
App-Store Review-Process Apple-Support





Februar 24th, 2010 at 21:35
…mich wundert es ja vielmehr, das Apple Dich mit dem
O2 Logo auf den Screenshots in den AppStore gelassen hat…
Aber ist auch egal, Hauptsache Werder gewinnt….
Antworten
Michael Antwort:
Februar 25th, 2010 um 07:18
Stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht.
Klasse!
Antworten
Sören Hundertmarck Antwort:
Februar 25th, 2010 um 14:38
Wieso? Gibt doch auch (legal) Simlock-freie iPhone’s…
Zum Thema: Find ich echt super von Apple! Apple eben…
Shark
Antworten
Michael Antwort:
Februar 25th, 2010 um 18:13
ich glaube es ging um das grafische O2-Logo. Das ist doch normalerweise auch bei freien Phones (meines ist ein offiziell unlocked iPhone) nicht mit drin, oder?
Antworten
Februar 24th, 2010 at 21:52
Und gesprochen hat sie mit dir in deutsch?
Antworten
Michael Antwort:
Februar 25th, 2010 um 07:18
Nein, sie hat Englisch mit mir gesprochen.
Antworten
Februar 24th, 2010 at 23:20
Aha, also im Prinzip:
App hat zuwenig Funktionen => Bauen Sie bitte irgendeine sinnlose Funktion ein
Antworten
Februar 27th, 2010 at 13:00
“Sie hätten ja auch einfach nichts machen können.” ???
Weißt du was soll man noch sagen wenn du so
eine Einstellung vertrittst? Schlimm genug dass du die Authorisierung einer Zensurbehörde brauchst um Software entwickeln und veröffentlichen zu dürfen, aber nein, du opferst auch noch in hündisch devoter Haltung vor so einer Appstore Muschi rum und folgst diesem völlig verblödeten, hirnlosen Vorschlag das hintergrundbild für ne Hup-App zu ändern? Trägst du einen Funken Würde in dir?
Apple ist nicht dein Freund nur weil sie Produkte mit ner bunten GUI bauen. M$ ist in einem Kartellverfahren unterlegen weil sie einen Browser vorinstalliert hatten auf ihrem OS. Apple tut nicht nur das, sondern kontrolliert auch wer überhaupt alternativen zu ihrer Software anbieten darf. Das ist ne ganz andere Dimension der Wettbewerbsverzerrung…
Naja, leb weiter in dem Stumpfsinn!
Antworten
Michael Antwort:
Februar 27th, 2010 um 13:34
Endlich: habe schon auf den “Stumpfsinn” und “Zensur”-Kommentar gewartet.
Antworten
Februar 27th, 2010 at 15:39
gern geschehen.
Antworten
Februar 28th, 2010 at 00:28
Uuups??
Na da hat sich ja jmd etwas im Ton vergriffen, oder??
Also, ich finde sowohl Pere, als auch Michael haben rechr!
Aber den Ton von Pere find ich nicht in Ordnung!
Lass doch jedem seine Meinung. Wenn Du das von Apple nicht in Ordnung findest lass halt die Finger vom iPhone, ist Dein gutes Recht!
Deine Sicht der Dinge hat im Kern seine Höhen, aber so wie Du das hier schreibst, ist das beleidigend, und wenn Du nur das wolltest, dann…naja, es spricht nicht wirklich für Dich
Antworten
Februar 28th, 2010 at 07:38
Ich gehe nicht näher auf die angebliche “Zensur” und meinen “Stumpfsinn” ein. Der Schreiber ist eh nicht an einer Diskussion interessiert.
Folgendes gibt es aber zum Thema zu sagen: In Zeiten in denen es noch nicht den “selbstherrlichen” App-Store gab, war sowohl das Entwickeln, als auch das Vetreiben von Software für Mobiltelefone eine echte Katastrophe.
Für den Anwender, weil er bei keinem Programm sicher sein könnte, dass es überhaupt auf seinem Gerät funktioniert und beim Entwickler, weil er nur mit etwas Glück seine Software überhaupt an den Mann und die Frau bringen konnte. (Eigene Website, kein Bezahlmodell, kein Qualitätsmanagement etc.)
Geschweige denn das sich der Anbieter des Mobilen-Endgerätes beim kleinen Anwendungsentwickler mal meldet um Unterstützung anzubieten. Gelohnt hat sich das also nur für einigermaßen große Firmen. So sind sicher viele nette Ideen für sehr gute Applikationen auf der Strecke geblieben, weil der Entwickler nicht über die Infrastruktur und das Geld verfügte, um sie zu veröffentlichen. Das scheint ja zumindest jetzt anders zu sein.
Ich finde vieles was Apple macht auch nicht korrekt (Entwicklung nur auf dem Mac zum Beispiel, restriktive Vorgaben in den SDKs etc.), aber in diesem Punkt ist das anders.
Der App-Store hat zumindest gezeigt, wie es gehen kann. Sicher nicht perfekt, weil eine gewisse Planungssicherheit immer noch nicht gegeben ist.
Es gibt aber ja mittlerweile auch Alternativen, wie den Store von Google. Da meckert übrigens keiner über irgendwelche Schwachstellen. Merkwürdig. Und wer nicht mit dem Beschränkungen der “Eingangkontrolle” im App-Store leben kann, schreibt halt Programme für den Cydia-Store. Finde ich auch okay.
Antworten
Phileas Antwort:
März 1st, 2010 um 21:42
Nüchtern und klar argumentiert Position bezogen. Chapeau!
Antworten
Februar 28th, 2010 at 08:44
Gibts eigentlich irgendwo eine Anleitung, Iphone Apps für Dummies ? Würde gerne anfangen eine App zu erstellen.
Antworten
Michael Antwort:
Februar 28th, 2010 um 09:21
Es gibt ein paar Tonnen von Seiten mit Tipps. Viele beschränken sich dabei auf wirklich einfache Dinge. Ich glaube eine spezielle Anleitung bringts da nicht. Die Mischung aus Internet und Buchlektüre wäre wohl aus meiner Sicht das Richtige.
Es gibt zwei Bücher, die ich immer mal wieder empfehlen kann:
1. iPhone Anwendungsentwicklung für Einsteiger von Michael Kain
2. Programmieren fürs iPhone von Markus Stäuble
das Letzter ist gerade in einer neuen Version erschienen. Außerdem kann es nicht schaden, wenn Du noch nie programmiert hast, sich ein Buch über die Grundlagen von Objective C zu holen, zum Beispiel: Objective C 2.0 von Stephen G. Kochan bei Addison-Wesley erschienen.
Antworten